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Aktionswoche 2012 des Heidelberger Bündnisses gegen Armut und Ausgrenzung: Ein voller Erfolg

Die 43 Bündnispartner freuen sich über einen sehr positiven Verlauf der Aktionswoche 2012. Gemeinsam mit  der Liga der freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg hat das Heidelberger Bündnis gegen Armut und Ausgrenzung den Schwerpunkt in diesem Jahr auf das Thema Altersarmut gesetzt. ?Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel? war das Motto. In 21 Veranstaltungen wurde vielfältig dargestellt, dass Armut auch in der reichen Stadt Heidelberg ein bedrückendes Thema ist.

Für die Betroffenen waren täglich mehrere Veranstaltungen mit unterschiedlichen Angeboten im Programm von der Aquarellmalerei über die Verbraucherberatung bei Insolvenz über Solidarität zwischen Alt und Jung, Kindergeburtstage für das kleine Budget, den ?Textil-Rettungsdienst?, ?Haare schneiden und Kaffee für umme? bis hin zum gemeinsamen Eintopfessen wurde Wert darauf gelegt, den betroffenen Menschen in dieser Stadt Angebote und Signale für mehr Wahrnehmung und Wertschätzung zu geben.

In den sehr gut besuchten Abendveranstaltungen mit prominenten Referenten wie dem Ex-MdB und Heidelberger OB-Kandidat 1984 Albrecht Müller oder dem renommierten Armutsforscher Prof. Dr. Christoph Butterwecke von der Uni Köln wurden Ursachen und Perspektiven von Armut im Alter genau beleuchtet. Auf der Internetseite des Heidelberger Bündnis gegen Armut und Ausgrenzung ? www.das-heidelberger-buendnis.de ? kann auf zusammenfassenden Videofilmen der Verlauf der Diskussionen in den Abendveranstaltungen über ?Armut im Alter: persönliches Schicksal oder gesellschaftliches Versagen?? am Dienstagabend sowie ?US-Flächen in Heidelberg: eine Stadt verändert sich ? was verändert sich für ärmere Menschen?? am Mittwochabend und schließlich ?Armut in einem reichen Land: wie das Problem verharmlost und verdrängt wird? am Donnerstagabend angesehen werden.

Das Heidelberger Bündnis gegen Armut überlegt nun, welche konkreten Forderungen es gegenüber Stadtverwaltung und Gemeinderat nachdrücklich aus dieser Woche weitergeben wird. Ein Wunsch ist die Einführung eines Sozialtickets für Sozialhilfeempfänger. Ein zweites Thema ist die immer breiter werdende Forderung nach Quoten für preisgünstige Wohnungen auf den US-Flächen insbesondere für mittlere und untere Einkommen. Hier wird erwartet, dass der Gemeinderat in Grundsatzbeschlüssen Flagge zeigt. Auch über die Einkommensgrenze beim Heidelbergpass wird diskutiert und schließlich wird nur noch ein Jahr vor der nächsten Gemeinderatswahl der nicht neue Ruf nach einem Aktionsprogramm mit einem konkreten Maßnahmenkatalog zum seit mehreren Jahren vorliegenden Armutsbericht.

In der Aktionswoche gab es auch zwei Ausstellungen, die noch im ganzen November zu sehen sind. In der Bonifatius-Kirche am Wilhelmsplatz werden die von Heinz Oelhoff gesammelten ?Bettlerkarikaturen? gezeigt. Im Heidelberger Forum für Kunst ist die Ausstellung: ?Genug ist genug? mit Werken von sieben Mitgliedern der Künstlergruppe 79 zu sehen.

Der Abschluss der Woche war ein ökumenischer Gottesdienst am Sonntag in der Bonifatius-Kirche. Das Heidelberger Bündnis bedankt sich bei den verschiedenen Sponsoren der Woche, die mit großzügigen mitgeholfen haben, die Kosten für die Werbung und Plakatierung zu tragen. Sie sind auf der Internetseite des Heidelberger Bündnisses zu finden.

Sehr erfreulich ist die neue Zusammenarbeit mit der Fakultät für Sozial- und Rechtswissenschaften der SRH-Hochschule. 80 Studierende im ersten Semester haben in den Einrichtungen des Bündnisses sich im Rahmen einer ?Selbstständigen Stadterkundung? mit der sozialarbeiterischen Praxis bekannt gemacht und bei den Abendveranstaltungen kritischen Gesprächsstoff für ihren Unterricht gesammelt. Die Fakultät will die Themen Armut und soziale Ausgrenzungen dauerhaft in ihr Programm aufnehmen und wird deshalb Mitglied im Aktionsbündnis.

Das Heidelberger Bündnis gegen Armut ist das größte seiner Art in Baden-Württemberg und hat nunmehr zum neunten Mal anlässlich des Internationalen Tages zur Beseitigung der Armut eine umfangreiche Aktionswoche durchgeführt. Die 43 Bündnispartner, die auf der Internetseite aufgelistet sind, verstehen sich als Lobby der Armen in der reichen Stadt Heidelberg und versuchen, auch zwischen den Aktionswochen ihre Zusammenarbeit nutzbringend zu verstärken und auch auf die Zusammenarbeit mit kulturellen Einrichtungen auszudehnen. Die Bündnispartner hoffen darauf, dass seitens der Politik seine Anregungen aufgegriffen werden und dass in der Stadtgesellschaft die Wahrnehmung der Armut breiter wird und die Gräben zu den ärmeren Mitbürgern im Alltagsleben zugeschüttet werden können.

Informationen, Videos, Pressespiegel finden Sie unter www.das-heidelberger-buendnis.de, www.armut-bedroht-alle.de

In diesem Jahr können außerdem viele Heidelberger Veranstaltungen als Video-Zusammenfassung (DVDs auch mit ausführlichen Mitschnitten der Veranstaltungen) abgerufen werden. hier...

 

?In die Röhre geguckt? mal anders. Eindrücke vom DJHT.
Heiko Hoffmann

Vom 7. bis zum 9. Juli fand in Stuttgart der 14. Deutsche Kinder- und Jugendhilfetag (DJHT) statt. Ca. 4500 BesucherInnen (vgl. jugendhilfetag.de) informierten sich zu Themen der Jugendhilfe und gingen in fachlichen Austausch miteinander. Unter den 320 Ausstellern in der Messehalle (vgl. ebd.) war auch der DBSH vertreten. Zahlreiche BesucherInnen unseres Standes informierten sich über die Positionen und Leistungen unseres Verbandes sowie über Mitgliedschaft und Möglichkeiten zum Engagement im DBSH. So freuen wir uns auch, das eine oder andere auf diesem Wege gewonnene Mitglied willkommen zu heißen, das nun zum ersten Mal den Landesrundbrief in den Händen hält.

Um Aufmerksamkeit zu gewinnen, aber auch um nachzuspüren, was unsere KollegInnen im Handlungsfeld bewegt, hatte sich der Landesvorstand eine besondere Form der Befragung überlegt: In Glasröhren konnten StandbesucherInnen durch das Befüllen mit farbigen Kugeln auf einfache und anschauliche Weise zu unterschiedlichen Positionen in der Jugendhilfe Stellung beziehen oder Auskunft über ihre Arbeitsbedingungen geben. Je nach Thema beteiligten sich bis zu 125 BesucherInnen an dieser öffentlichkeitswirksamen Form der Umfrage. Bei jeder Frage standen die gleichen drei Antwortmöglichkeiten zur Verfügung: ja, nein oder vielleicht.

Die Frage, ob in der aktuellen Situation der Jugendhilfe die Bedarfe der Hilfesuchenden berücksichtigt werden könnten, beantworteten zwei Drittel mit nein. Für Defizite im Bereich des Kinderschutzes machten 74% die Politik verantwortlich. Wir sind uns darüber im Klaren, dass dies nur ein subjektives Meinungsbild einer speziellen Auswahl widerspiegelt und kein Anspruch auf Verallgemeinerbarkeit erhoben werden kann; das war auch nicht das Ziel. Vielmehr ging es darum, mit StandbesucherInnen ins Gespräch zu kommen, zu diskutieren, welche Lösungsansätze PraktikerInnen der Sozialen Arbeit sehen und wie ein Berufs- und Fachverband das unterstützen kann.

Gleiches gilt für die Fragen nach der Arbeitssituation: Dass 70% der Aussage zustimmten, Kosten für Fortbildungen und Supervision würden vom Arbeitgeber übernommen, spricht für einen große Wertschätzung qualitativ hochwertiger Sozialer Arbeit und deutet in diesem Sinne auf gute Rahmenbedingungen für die fachliche Arbeit in diesem Bereich hin. Wenn aber nur 20% der Meinung sind, ihr Gehalt würde ihrer Qualifikation und ihrer Verantwortung entsprechen, obwohl ganze 85% nach Tarif bezahlt werden, spricht das für die Notwendigkeit, den DBSH auch als Fachgewerkschaft weiter zu stärken, um auch in Tarifverhandlungen die Interessen von SozialarbeiterInnen und -pädagogInnen sowie von ErzieherInnen und HeilpädagogInnen gezielter zu vertreten als dies großen Verbänden möglich zu sein scheint.

Zu den Ergebnissen der Umfrage

 

 

Bezirksverband Unterer Neckar

Am 25.05.2011 fand in Eppelheim unter dem Titel ?Wohnen für Alle ? mittendrin oder im Abseits?? eine Informationsveranstaltung statt in der es um die von der Stadt Eppelheim geplante Containersiedlung ging. Lesen Sie hier, was das Ergebnis dieser Veranstaltung ist:

RNZ vom 08.06.11

RNZvom 09.06.11

 

 

Jugend in Berufsnot: Herausforderungen und Interventionsmöglichkeiten
Andreas Strunk 

Mit diesem Text soll über eine Tagung berichtet werden, die der DBSH-Landesverband Baden-Württemberg gemeinsam mit der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart am 23.2.2011 im Tagungszentrum Hohenheim durchgeführt hat.

Mit den Referentinnen und Referenten waren 62 Personen nach Hohenheim gekommen.

Hinsichtlich der beruflichen Felder, die vertreten waren, muss man sagen, dass alle relevanten Sparten anwesend waren. Vertreterinnen und Vertreter des gesamten Feldes der Jugendberufshilfe diskutierten mit.

Es gab fünf Impulsreferate

Die Inhalte der Referate wurden ergänzt bzw. vertieft in folgenden Arbeitsgruppen

Im Verlauf der Tagung wurde deutlich, dass die Kooperation zwischen Jugendamt und Job-Center oft nicht funktioniert. Die beiden Systeme würden sich verhalten wie ?Feuer und Wasser?, wenn sie zusammenkommen sollen.

Deutlich wurde auch, dass Standards eines Case Managements von der Profession der Sozialen Arbeit bestimmt werden müssen und nicht über ?Schnellbleichen?, die oft die ?Deutsche Gesellschaft für Care und Case Management? (DGCC) anbietet. Bei vielen fachfremden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Job Centern würden so die Normen einer staatlich zertifizierten Sozialarbeit unterwandert. Diese sind aber notwendig, da die Praxis der Job Center tief in die Lebenswirklichkeit der betroffenen Klientinnen und Klienten eingreift.

Schlussendlich wurden die folgenden neun Erwartungen formuliert.

  1. Die Institutionen und Fachleute in allen relevanten Rechtssystemen haben eine gesetzliche Kooperationspflicht. Insofern muss ein Weg zur Kooperation gefunden werden. Es geht also vor allen Dingen um so etwas wie eine ?organisationale Innovation?. Eine solche organisationale Innovation ist nur möglich, wenn sich die Beteiligten dazu im Rahmen eines Kooperationsvertrages auch verpflichten.
  2. Notwendig ist eine Brücke über die unterschiedlichen Rechtssysteme als eine ?Handlungseinheit von Hilfe und Planung?. Was das konkret bedeuten kann, wurde an einem Praxisbeispiel aus Mannheim sichtbar. Hier haben die Kooperationspartner vor Ort ein Konzept der Sozialraumorientierung für ALG II - Bezieher kreiert. In diesem Zusammenhang sollten wir uns dieses Mannheimer Modell noch einmal anschauen und darüber nachdenken, wie man behilflich sein kann beim Transfer.
  3. Es ist betont worden, dass eine solche Brücke nur dann gangbar ist, wenn jede Organisation die volle Verantwortung im eigenen Rechtskreis behält. Bei dieser organisationalen Innovation geht es also um die Kunst einer Kompromissbildung zwischen den Rechtskreisen.
  4. Es ist notwendig, an den jeweiligen Einzelfällen unterschiedliche Module im Rahmen eines Case Managements zu beschreiben und dann die entsprechenden unterschiedlichen Module auf eine zeitliche Schiene zu setzen. Dies würde dann dem jungen Menschen ?vor dem Ladentisch? erläutert, das sollte dann vereinbarungsgemäß entweder im Rahmen einer Eingliederungsvereinbarung oder im Rahmen einer Hilfeplanung nach KJHG geschehen.
  5. ?Hinter dem Ladentisch? sollte dann ein finanzieller Gesamtplan gemacht werden als Konsequenz der unterschiedlichen Finanzierungsquellen.
  6. Notwendig ist die Beobachtung und die Erfolgskontrolle am Case Management der Einzelfälle.
  7. In dem Zusammenhang wird dann die örtliche Sozialplanung ihren Beitrag leisten müssen sowohl für die Verbesserung des Case Management nach innen als auch für die Entwicklung örtlicher Politik nach außen. So ist im Mannheimer Modell deutlich geworden, dass die Aktivierung von sozialen Beschäftigungs- bzw. Arbeitsmöglichkeiten von zentraler Bedeutung ist. Hier sollte auf Vorstellungen der ?Vereinbarungswirtschaft? zurückgegriffen werden. Das heißt: die Kommune vergibt entsprechende Aufträge nur dann, wenn die Arbeitgeber soziale Auflagen erfüllen können. Dies sei durchaus möglich im Rahmen der bestehenden Vergabegesetze.
  8. Die Kolleginnen und Kollegen in den relevanten Rechtssystemen müssen sorgfältig auf diese gemeinsame Arbeit vorbereitet werden. Das bedeutet, dass angemessene Schulungen zu organisieren und anzubieten sind.
  9. Die individuelle Gesamtplanung sollte vom Jugendhilfeträger bezahlt werden. Dadurch kann garantiert werden, dass die Perspektive des KJHG gesichert werden kann.

 

 

Erstes Treffen des Bezirksverbandes südlicher Oberrhein in Freiburg
Heiko Hoffmann

Am 15.11. trafen sich nach einiger Zeit erstmals wieder Mitglieder des Bezirksverbandes südlicher Oberrhein, zu dem neben Freiburg und Emmendingen auch der Ortenaukreis sowie der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald gehören. Heiko Hoffmann stellte für den neuen Landesvorstand dessen Ziele für die kommenden Jahre vor, wovon dann einige im offenen Austausch vertieft wurden. Dies betraf zum einen Arbeitsbedingungen von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern: Unter welchen Kontextbedingungen findet Soziale Arbeit statt und wie lassen sich Qualitätskriterien realisieren? Mit welcher Berufsidentität treten wir auf? Und welche jüngeren Entwicklungen haben sich in der Tarifpolitik ergeben? Aber auch konkrete Problemlagen sozialarbeiterischer Handlungsfelder waren Gegenstand des Austauschs wie etwa der Übergang ?Schule ? Beruf? oder die Wohnungsmarktsituation für Menschen mit geringeren Einkommen.
Die Mitglieder des Bezirksverbandes möchten auch weiterhin in Kontakt bleiben, um brennende Themen und Lösungsansätze zu diskutieren, sich miteinander zur Sozialen Arbeit in der Region auszutauschen und sich fernab der Hektik des Arbeitsalltags miteinander zu vernetzen. Daher treffen wir uns an einem Abend Mitte Januar erneut und werden dabei u.a. besprechen, ob wir eine formale Organisation mit einem/ einer gewählten SprecherIn möchten oder ob sich jemand an Projektideen des Landesvorstandes beteiligen möchte. Der Schwerpunkt wird aber auf dem Einbringen aktueller Themen aus dem TeilnehmerInnen-Kreis liegen. Ort des nächsten Treffens wird wie auch zuletzt die Evangelische Hochschule Freiburg sein, der wir für ihre Gastfreundschaft sehr danken. Den konkreten Termin vereinbaren wir Mitte Dezember. Weitere Informationen sind bei Heiko Hoffmann zu bekommen: hoffmann@dbsh-bawue.de. Jede/r, der/ die dazustoßen möchte, ist jederzeit herzlich willkommen!


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